Samstag, 25. September 2010

Wie liest sich Hetze?

Alleine bei der Definition hört es im Normalfall schon auf. Da scheiden sich nicht nur die Geister, sondern es reichen auch so manche Moderatorenintellekte gar nicht aus, wirkliche Hetze zu erkennen, so sie subtil dargeboten wird. Da einem Forenbetreiber kaum zumutbar ist, dass er sein Moderatorenteam aus Volljuristen rekrutiert, die vor der Veröffentlichung jeden Beitrag auf Unbedenklichkeit abklopfen, vertrauen diese Personenkreise auf das gesunde Bauchgefühl der eigenen Mitarbeiter. Aber reicht gerade Bauchgefühl und subjektives Empfinden aus, um besonders in Foren mit politischen Themenschwerpunkten einen angemessenen Job zu machen? Gerade dann, wenn diese (Volksver)Hetz(ung)e im Mantel der Meinungsäußerung daher stolziert?


Ich versuche mal anhand diverser Beispiele zu verdeutlichen, wie subtil persönlich motivierte Hetze funktioniert.

Was hat es den mit der Genetik der Deutschen zu tun wenn 74 % der Türken in Deutschland keine Berufsausbildung haben. Und was hat das mit Herr Sarrazin zu tun. Quelle
So steht die Aussage im Raum. Ist sie denn korrekt? Nein, natürlich ist diese Aussage völliger Blödsinn.
Richtig ist, dass rund 74 % aller arbeitslosen Ausländer keine Berufsausbildung haben.

Tatsächlich haben unter den ausländischen Arbeitslosen 74,2 Prozent keine Berufsausbildung. Quelle
 Dieser Wert aus Stuttgart ist der Wert, der tatsächlich bundesweit greift. Dieser Schreiber bei Politik.de suggeriert nun, ausländische Arbeitslose = türkische Arbeitslose und tut das basierend auf seinem Hass auf türkische Mitbürger, die er selbstbekennend "nicht mag". Jemanden nicht zu mögen ist durchaus legitim, wenn sich dieses Nichtmögen nicht zu einer Volksverhetzung eignet, wie in diesem Fall.

Man kann es nun einfach damit abtun, dass dieser Nutzer intellektuell einfach nicht in der Lage dazu ist, komplexe Zusammenhänge zu begreifen, Gelesenes in einen korrekten Kontext zu ziehen oder Texte überhaupt zu verstehen. Kurz gesagt würde das bedeuten, da ist jemand schlicht zu dumm, in einer politischen Diskussion it zu mischen. Das wäre aber zu kurz gedacht, denn es besteht ja zweifelsfrei die Intention, dem Ansehen einer ganzen Bevölkerungsgruppe zu schaden. Wer also bestehende Ressentiments mit bewusst gestreuten Unwahrheiten aufstachelnd befeuert, der kann nicht völlig dumm sein.

Wie werden solche Dinge geahndet? Richtig, gar nicht. Dafür liest der interessierte Leser solche Aussagen:


Liebe Leutz,

muss der Kindergarten hier sein ?

Das einige Beiträge hier grenzwertig sind oder darüber, habe ich gesehen. aber das ist noch lange kein Grund ein Verhalten an den Tag zu legen, wie es manche tun. Persönliche Angriffe, Provokationen , Unterstellungen, Spam und Beleidigungen könnte ich wieder massenhaft mit Sanktionen belegen, will ich aber nicht.

Bitte verhaltet euch doch normal. Da es beim Thema Parteien so arg zu Reibungspunkten kommt, werde hier mehr darauf achten, das die Regeln eingehalten werden. Aber benehmt euch wieder Quelle


Diese Aussage belegt eindeutig, moderiert wird nur dann, wenn der Moderator es "will". Will er nicht, schaut er eben weg. So führt man kein Forum. Massive Vergehen - teilweise sogar nah an der Strafbewehrtheit - werden unter den Teppich gekehrt und unangemessene Sprache (z. B. in den Augen des klerikal angehauchten Moderators) wird sanktioniert - und das von Moderatoren, siehe oben, die sich sprachlich, schreibstilistisch und orthographisch bestenfalls auf Hauptschulniveau bewegen.
Über diesen Weg wird Hetze erst salonfähig. Moderatoren sind intellektuell gar nicht in der Lage Hetze zu erfassen, da sie die eigene Sprache nur rudimentär beherrschen.  Ihr eigener Kenntnisstand ist so lückenhaft, dass ihnen unrichtige Aussagen überhaupt nicht auffallen. Wie soll demnach jemand sanktionierend tätig werden, dem es an elementarem Basiswissen fehlt? Taugt ein Bock zum Gärtner?

Mittwoch, 22. September 2010

Was ist an Foren wie Politik.de so gefährlich?

Die Hauptgefahr solcher Foren liegt für mich in der oberflächlichen Moderation. So lange man nur den Ton wahrt, kann jeder User Thesen in Umlauf bringen, die einem als Leser den Atem stocken lassen. So lange nur der äußere Schein gewahrt bleibt, stellt auch Xenophobie und Religionsfeindlichkeit zum Nachteil einer bestimmten Bevölkerungsgruppe kein Problem dar. Aber der Ton muss schon stimmen, es muss nett wirken, soll harmlos wirken, obwohl es so gar nicht harmlos ist.

Ich sehe die Tatsache, dass Fremdenfeindlichkeit in der Bevölkerungsmitten angekommen ist und sie als Recht auf freie Meinungsäußerung getarnt daher marschiert, als Menetekel unserer Zeit. Foren wie Politik.de, die diesen Umtrieben nicht nachhaltig entgegen treten und die lieber direkte, unmißverständliche, klardeutsche Ansprachen an derartige Brunnenvergifter sanktionieren, haben großen Anteil daran, wohin das Schiff Deutschland steuert. Foren, die nicht dagegen angehen, wenn User wie Sandbühler, Destruktor, Jakob, RolandM, Der Dienstbote, ariane, Herodotus, petschorin, Teeernte, Analyser, eiche, L.C.S., Dark Star usw. ihren mal mehr und mal weniger gut gecoverten Hass auf Moslems unter das Volk streuen, müssen sich nicht wundern, wenn sie zur Verantwortung gezogen werden, eskaliert die Lage im Land wirklich einmal. 

Nachdem das Angebot an mich heran getragen wurde, dass ich hier im Blog schreiben möge, habe ich mir selbstverständlich die Frage gestellt, was kann ich selbst bewirken und wie fange ich das bestmöglich an. Als bester Weg erscheint es mir nur möglich, bestimmte Forenbeiträge aus der Menge heraus zu picken und dann, wie es bisher wohl schon gehandhabt wird, darauf einzugehen, bzw. zu zeigen, wo steckt der Denkfehler oder wie versucht der Verfasser bewusst negative Stimmung zu erzeugen. Aussagen wie "Schmeißt alle Türken raus" gehören der grauen Geschichte an und durch das Ankommen in der Gesellschaftsmitte werden die Parolen feiner gesetzt, auch wenn sie sich im Kontext von Glatzenpropaganda kaum unterscheiden, fühlt man ihnen auf den Zahn. Beim Rechtspopulismus muss man leider die Mühen in Kauf nehmen, viele Schichten Beitragsschminke abzukratzen, bevor man an den häßlichen Kern kommt.
Das habe ich vor zu tun und so zu zeigen, es gibt sicherlich auch Probleme mit fehlender Integration in Deutschland, aber es gibt auch ein nicht zu verachtendes Problem mit Ausländerfeindlichkeit - die auf den ersten Blick nur noch schwer auszumachen ist.

Ich halte Meinungsfreiheit für ein hohes, wenn nicht gar das höchste Gut. Hetze und gezielte Stimmungsmache oder das Schüren unberechtigter Ängste ist jedoch kein Ausdruck von Meinungsfreiheit. Ich sehe das als bewusste Manipulation an, der entgegen getreten werden muss, weil sie pauschal zum Nachteil bestimmter Bevölkerungsschichten läuft.
Gerade diese Form der Manipulation finde ich an allen Ecken und Kanten bei Politik.de. Wahrheiten und eigenes Erleben werden mit zusammengeschusterten Statistiken oder Pauschalaussagen vom Tisch gefegt oder ganz dreist ins Reich der Lüge verwiesen. Das alles unter den (blinden?) Augen einer Moderation, der es wichtiger erscheint auf abstrakte Kunstprodukte wie die Nettiquette zu achten, als xenophobem Pöbel die Türe zu weisen. Diffamieren einer ganzen Bevölkerungsgruppe mit abstrusen Pauschalaussagen ist bedenkenlos möglich, solange der Verfasser sich nur an Sprachregeln hält. Evangelische Hetzpfarrer dürfen nicht verächtlich gemacht werden, bei muslimischen Imamen gilt die Regel "Feuer frei" und das ohne jede Hemmschwelle.

So darf unser Deutschland nicht sein. Diese miesen Charaktere sind es, die uns und unserem Land eines Tages ein Bein stellen, wenn rigider gegen Straftäter vorgegangen wird. Durch diese Unpersonen werden wir als Land dann wieder in eine Ecke geschoben, in die wir nicht gehören, nur weil unser Recht Anwendung findet. Sie sind es, die unserer Justiz die Hände binden, geht es um die Ausschöpfung unserer Gesetze. Durch ihr xenophobes Geplärre stehen wir auf dem Prüfstand.

Darum muss man ihnen widersprechen. Wieder und wieder.
Darum muss sich ihnen entgegen stellen. Wieder und wieder.
Darum darf man ihnen nicht das Feld überlassen. Niemals wieder.

Ich hoffe, ich kann hier ein wenig dazu beitragen.

Fatih Sultan

PS: Gut, dass ich meine Einlassungen sofort an einem konkreten Beispiel verdeutlichen kann.

Der gesperrte User Fatih Sultan, den ich für einen DA halte, zieht es vor, hier Stimmung gegen den Moderator PublicEye zu machen:

Blick nach Rechts

Erstaunlich daran ist, dass PublicEye nur für einen Verwarnpunkt zuständig war.

Honi soit qui mal y pense  (Ein Schuft, wer Böses hierbei denkt).

Ich pflege, meine Schweine am Gang zu erkennen.

Link zum Beitrag unter Politik.de



Wie man sehen kann, bildet sich dieser unsägliche Schwätzer User Astraios ein zu wissen, wer sprach Ermahnungen aus. Und was hat er? Richtig, keine Ahnung.

Dass den Rest der Geschichte ein Mod besorgte, der für so einen hingestümperten Beitrag verantwortlich zeichnet

MOD

Ich schaue mir jetzt die Sammlung von Meldungen an.

Wenn eine Sanktion trifft hat Pech den es ist viel Spam dabei und einige entwicklen das zur Kunst


MOD
 ist schon fast tragikomisch.

Hallo zusammen

Ich möchte mich herzlich bei ThiloS für die Einladung bedanken, hier meine Gedanken und Erfahrungen zum Besten zu geben.

Mein Name ist natürlich nicht Fatih Sultan, sondern es ist ein frei gewählter Nickname. Ich verfüge nicht über einen türkischen oder muslimischen Hintergrund, sondern ich bin einfach nur Deutscher, der christlich aufgewachsen ist und auch so erzogen wurde.
Trotzdem bin ich der Türkei sehr verbunden, da ich die Türkei seit über 20 Jahren zu meinem Geschäftsfeld zähle. Ich müsste in alten Unterlagen nachforschen, wann das Land und ich genau Silberhochzeit feiern dürfen.

Basierend auf den Erfahrungen mit dem Land und den Leuten, deren Muttersprache ich selbstverständlich nach über 20 Jahren fließend spreche, erlaube ich mir ein Urteil, welches nicht nur auf Hören-Sagen oder Medienberichten fußt. Meine Erfahrungen beschränken sich natürlich nicht nur auf Begegnungen mit türkischen Menschen in der Türkei, sondern es erstreckt sich selbstverständlich auch auf türkische Landsleute aus Deutschland.

Ich hoffe, ich kann damit einigen Unsinn enttarnen, der z. B. in Foren wie Politik.de serienweise verfasst wird. Zusätzlich ist es mir ein dringendes Anliegen etwas gegen den Rechtspopulismus zu tun, der mehr und mehr in der deutschen Gesellschaftsmitte ankommt und dort Hirne verseucht.
ThiloS hat mir zugesichert, dass diese Seite auch für deutliche Worte offen ist und Probleme mit deutlichen Worten beim Namen genannt werden können. Mir liegt es nämlich nicht so sehr, unter den Augen von Kleingeistern wie "Public Eye" Angriffe von rechtspopulistischen Giftmischern zu schlucken, ohne denen ihr toxisches Gedankengut gewaltig um die Ohren hauen zu können, weil sie von Moderartoren ähnlich widerwärtiger Gesinnung gedeckt werden.

Da dies meine ersten Bloggehversuche sind, werden mir die Leser anfängliche Bedienungsfehler hoffentlich nachsehen.

Auf gutes Gelingen.

Fatih Sultan